1001 NachtTeppiche waschen Hamburg

Teppich-Lexikon

35 Fachbegriffe rund um Orientteppiche, ihre Herstellung und ihre Pflege, kurz erklärt von 1001 Nacht Hamburg, Teppichhändler seit 1962 mit eigener Teppichwäscherei.

Aufbau und Knüpfung

Kette und Schuss

Kette und Schuss bilden das Grundgewebe eines Teppichs. Die Kettfäden laufen in Längsrichtung, um sie werden die Florknoten geknüpft; die Schussfäden laufen quer und halten die Knotenreihen fest. Kette und Schuss bestehen meist aus Baumwolle, Wolle oder Seide.

Flor

Der Flor ist die sichtbare Oberfläche eines geknüpften Teppichs: die abgeschnittenen Enden der Knoten. Seine Höhe und Dichte bestimmen, wie weich ein Teppich ist und wie viel Schmutz er aufnimmt. In der Wäsche wird der Flor bis zum Grundgewebe gereinigt.

Symmetrischer und asymmetrischer Knoten

Handgeknüpfte Teppiche werden überwiegend mit zwei Knotenarten geknüpft: dem symmetrischen Knoten (auch türkischer oder Gördes-Knoten), der zwei Kettfäden ganz umschlingt, und dem asymmetrischen Knoten (auch persischer oder Senneh-Knoten), der einen Kettfaden umschlingt und am zweiten nur anliegt. Der asymmetrische Knoten erlaubt feinere Muster.

Knotendichte

Die Knotendichte gibt an, wie viele Knoten auf einer Fläche sitzen, meist pro Quadratmeter. Sie lässt sich auf der Rückseite zählen: Knoten auf 10 cm Länge mal Knoten auf 10 cm Breite, das Ergebnis mal 100. Eine hohe Knotendichte steht für feine Arbeit, sagt allein aber noch nichts über den Wert eines Teppichs.

Den Wert eines Orientteppichs erkennen

Fransen

Bei handgeknüpften Teppichen sind die Fransen die Enden der Kettfäden, also Teil des Grundgewebes und kein angenähter Schmuck. Lösen sie sich, kann sich der Teppich vom Rand her auflösen. Deshalb sollten lose Fransen früh gesichert werden.

Teppichfransen reinigen und reparieren

Kanten

Die Kanten sind die Längsseiten eines Teppichs, bei handgeknüpften Stücken meist mit Wolle umwickelt oder umflochten. Abgenutzte Kanten werden neu umwickelt, bevor der Schaden in den Flor wandert.

Teppichreparatur

Nachknüpfen

Beim Nachknüpfen werden Löcher, kahle Stellen oder Mottenschäden Knoten für Knoten mit passender Wolle und Farbe neu geknüpft. Wo Kette und Schuss fehlen, wird zuerst das Grundgewebe ergänzt.

Teppichreparatur

Material und Farben

Schurwolle

Schurwolle ist Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wurde. Sie ist das häufigste Material handgeknüpfter Teppiche: elastisch, schmutzabweisend und gut waschbar, wenn sie richtig behandelt wird.

Korkwolle

Korkwolle stammt von Hals und Schultern des Schafs. Sie ist besonders fein und glänzend und wird für hochwertige Teppiche verwendet, zum Beispiel aus Nain und Isfahan, oft kombiniert mit Konturen aus Seide.

Lanolin (Wollfett)

Lanolin ist das natürliche Fett der Schafwolle. Es macht die Faser geschmeidig und hilft ihr, Schmutz und Feuchtigkeit abzuweisen. Aggressive Reiniger und heißes Wasser waschen es aus, die Wolle wird dann stumpf und spröde.

Seide

Seide ist eine Eiweißfaser aus dem Kokon der Seidenraupe. Sie glänzt stark, ist sehr fest und erlaubt besonders feine Knüpfungen. Wasser, Hitze und alkalische Reiniger setzen ihr zu, deshalb wird Seide mit wenig Wasser und ohne Klopfen gewaschen.

Seidenteppich reinigen

Viskose (Kunstseide)

Viskose ist eine aus Zellulose hergestellte Faser, die wie Seide glänzt und oft als „Kunstseide“ oder „Bambusseide“ angeboten wird. Sie verliert nass deutlich an Festigkeit, kann sich verziehen und gelb werden. Ein Viskoseteppich braucht deshalb eine andere Behandlung als echte Seide.

Seide oder Viskose?

Pflanzenfarben

Pflanzenfarben werden aus Wurzeln, Blättern, Rinden oder Schalen gewonnen, etwa Krapp für Rot oder Indigo für Blau. Sie altern harmonisch und bilden mit der Zeit eine Patina. Neben ihnen werden seit dem 19. Jahrhundert synthetische Farbstoffe verwendet.

Krapp

Krapp ist eine Färberpflanze, aus deren Wurzel seit Jahrhunderten die typischen Rottöne von Orientteppichen gewonnen werden, von Ziegelrot bis Rosé.

Indigo

Indigo ist ein blauer Farbstoff, ursprünglich aus der Indigopflanze gewonnen. Er färbt von Hellblau bis fast Schwarz und ist neben Krapp der wichtigste klassische Farbstoff im Orientteppich.

Abrash

Abrash nennt man die streifigen Farbschwankungen in einem Teppich, die entstehen, wenn Wolle aus verschiedenen Färbegängen verknüpft wird. Er ist typisch für handgeknüpfte Nomaden- und Dorfteppiche und kein Mangel.

Patina

Patina ist der weiche Glanz und die gealterte Farbigkeit, die ein Teppich durch Jahrzehnte der Nutzung bekommt. Eine schonende Wäsche entfernt Schmutz, erhält aber die Patina.

Teppicharten

Orientteppich

Als Orientteppich bezeichnet man handgeknüpfte oder handgewebte Teppiche aus dem Gebiet von der Türkei über den Iran und den Kaukasus bis nach Zentralasien, Indien und China. Perserteppiche aus dem Iran sind die bekannteste Gruppe.

Orientteppich reinigen lassen

Perserteppich

Ein Perserteppich ist ein im Iran geknüpfter Orientteppich. Viele tragen den Namen ihrer Stadt oder Region, etwa Täbriz, Isfahan, Nain, Ghom oder Keshan.

Perserteppich selbst reinigen

Kelim

Ein Kelim ist ein flachgewebter Teppich ohne Flor: Das Muster entsteht durch farbige Schussfäden. Kelims sind leicht und dünn und laufen beim Waschen schneller aus als geknüpfte Teppiche.

Kelim reinigen

Gabbeh

Ein Gabbeh ist ein grob geknüpfter Teppich mit dickem, langem Flor und meist schlichten Mustern, traditionell von Nomaden im Süden des Iran geknüpft.

Gabbeh reinigen

Berberteppich

Berberteppiche stammen ursprünglich von den Berbervölkern Nordafrikas, vor allem aus Marokko. Typisch sind Naturwolle, hoher Flor und grafische Muster. Der Begriff wird auch für maschinell gefertigte Schlingenware verwendet, die damit nichts zu tun hat.

Berberteppich reinigen

Nepal- und Tibetteppich

Nepal- und Tibetteppiche werden in tibetischer Knüpftechnik hergestellt, oft aus Hochlandwolle und mit Seidenanteilen in modernen Mustern. Ihr Flor ist meist dicht und gleichmäßig.

Nepal- und Tibetteppich reinigen

Antik und semi-antik

Im Teppichhandel gelten Teppiche üblicherweise ab etwa 100 Jahren als antik, ab etwa 50 Jahren als semi-antik. Alter allein macht einen Teppich nicht wertvoll; Zustand, Herkunft und Qualität zählen mit.

Teppich schätzen lassen

Wäsche und Pflege

Nasswäsche

Bei der Nasswäsche wird ein Teppich in der Wäscherei mit viel Wasser von beiden Seiten gewaschen und gründlich gespült. Sie löst Sand und Schmutz aus dem Grundgewebe, was eine Reinigung der Oberfläche nicht schafft.

So waschen wir Ihren Teppich

Sprühextraktion

Bei der Sprühextraktion wird Reinigungsflüssigkeit in den Flor gesprüht und sofort wieder abgesaugt. Das Verfahren ist für Teppichboden gedacht; bei handgeknüpften Teppichen reinigt es vor allem die Oberfläche und kann Schmutzwasser in die Rückseite ziehen.

Farbtest

Mit einem Farbtest prüft man vor der Wäsche, ob Farben bluten: An einer unauffälligen Stelle wird ein feuchtes weißes Tuch auf den Flor gedrückt. Färbt es ab, braucht der Teppich eine besonders schonende Behandlung.

Ausbluten (Farbläufer)

Ausbluten heißt, dass sich Farbstoff in Wasser löst und in benachbarte Flächen läuft, meist Rot in helle Bereiche. Ursachen sind unbeständige Farben, zu warmes Wasser oder zu langes Trocknen im nassen Zustand.

Flecken im Teppich entfernen

Lufttrocknung

Bei der Lufttrocknung trocknet ein Teppich nach der Wäsche gleichmäßig an der Luft statt unter Hitze. So bleiben Wolle und Seide geschmeidig, und der Teppich verzieht sich nicht.

Rückfettung

Die Rückfettung ist ein Pflegeschritt nach der Wäsche: Die Wolle bekommt die Geschmeidigkeit zurück, die sie beim Waschen verliert. Der Flor fühlt sich danach wieder weich an und glänzt.

Imprägnierung

Eine Imprägnierung ist eine schmutzabweisende Ausrüstung nach der Wäsche. Flüssigkeiten dringen dann langsamer ein, sodass Flecken leichter zu entfernen sind.

Schäden und Schädlinge

Kleidermotte

Die Kleidermotte ist der häufigste Schädling an Wollteppichen. Nicht die Falter fressen, sondern ihre Larven: Sie ernähren sich von Keratin in Wolle und Seide und hinterlassen kahle Stellen, bevorzugt an dunklen, ungestörten Orten wie unter Möbeln.

Motten im Teppich

Teppichkäfer

Teppichkäfer sind kleine Käfer, deren behaarte Larven ebenfalls Wolle fressen. Ihre Larven werden oft mit Mottenlarven verwechselt; man erkennt sie an der dichten, bräunlichen Behaarung.

Larven im Teppich

Mottenschutz

Ein Mottenschutz ist eine Ausrüstung der Fasern nach der Wäsche, die Mottenlarven vom Fressen abhält. Er wirkt je nach Nutzung des Teppichs zwei bis drei Jahre.

Mottenschutz und Entmottung

Stockflecken

Stockflecken sind dunkle Flecken durch Schimmel, die entstehen, wenn ein Teppich lange feucht bleibt, etwa nach einem Wasserschaden oder bei Lagerung im Keller. Sie lassen sich oft nur abschwächen, deshalb zählt nach einem Wasserschaden schnelles Trocknen.

Wasserschaden am Teppich

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