Teppichpflege: So bleibt ein wertvoller Teppich über Generationen schön
Ein Orientteppich wird mit den Jahren schöner, wenn man ihn richtig behandelt. Diese Regeln aus über sechzig Jahren Teppichhandel helfen Ihnen dabei.

Ein guter handgeknüpfter Teppich hält Generationen. Ob er nach dreißig Jahren schöner oder abgenutzter aussieht, hängt vor allem von der Pflege im Alltag ab. Die gute Nachricht: Sie ist einfacher, als viele denken.
Richtig saugen
- Einmal pro Woche, in Fluren öfter. Sand und Staub reiben die Wolle sonst bei jedem Schritt ab.
- Ohne rotierende Bürstenwalze. Sie reißt Fasern heraus und raut den Flor auf. Nehmen Sie die glatte Bodendüse.
- In Florrichtung. Streichen Sie mit der Hand über den Teppich: Wo er sich glatt anfühlt, ist die Florrichtung.
- Fransen nicht einsaugen. Saugen Sie an den Fransen entlang, nicht über sie hinweg.
- Ab und zu die Rückseite. Einmal im Jahr den Teppich umdrehen und die Rückseite absaugen. Der Staub darunter wandert sonst ins Grundgewebe.
Drehen gegen ungleichmäßige Abnutzung
Fast jeder Teppich wird an manchen Stellen mehr betreten als an anderen: am Sofa, an der Tür, entlang einer Laufstraße. Drehen Sie den Teppich ein- bis zweimal im Jahr um 180 Grad. So nutzt er sich gleichmäßig ab.
Sonne und Verbleichen
Pflanzenfarben verblassen im direkten Sonnenlicht, langsam, aber stetig. Liegt ein Teil des Teppichs jahrelang in der Sonne und ein anderer im Schatten, sieht man das irgendwann deutlich. Auch hier hilft das Drehen. Bei sehr wertvollen Stücken lohnen sich Vorhänge oder UV-Schutzfolie an den Fenstern.
Unterlage und Möbel
Eine gute Teppichunterlage verhindert Rutschen und Falten und schont das Grundgewebe von unten. Unter schwere Möbel gehören Untersetzer, damit sich die Füße nicht ins Gewebe drücken. Verschieben Sie die Möbel gelegentlich um ein paar Zentimeter. Auf Wunsch liefern wir Ihnen eine Anti-Rutsch-Unterlage, maßgeschneidert passend zur Größe Ihres Teppichs.
Lüften und Motten
Motten lieben dunkle, ungestörte Stellen unter Sofas und Betten. Saugen Sie dort genauso regelmäßig wie in der Mitte des Raums. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Mottenschutz.
Lagern
Teppiche nur gewaschen einlagern, gerollt und nicht gefaltet, eingeschlagen in Baumwolltuch statt Plastik, trocken und dunkel. Nach einigen Monaten ausrollen, nachsehen und lüften.
Professionelle Wäsche
Saugen entfernt nur, was oben aufliegt. Der feine Staub im Grundgewebe und das, was die Luft im Laufe der Jahre in den Teppich trägt, gehen nur mit einer Wäsche heraus. Im Wohnzimmer empfehlen wir alle drei bis fünf Jahre eine Teppichwäsche, im Flur und bei Haustieren öfter.
Was Sie besser lassen
- Dampfreiniger und Teppichshampoo-Geräte bei handgeknüpften Teppichen
- Kräftiges Klopfen mit dem Teppichklopfer über der Stange: Es kann bei alten Teppichen die Knoten lockern. Lieber von der Rückseite saugen.
- Fransen abschneiden, wenn sie unschön aussehen. Sie sind die Enden der Kettfäden und halten den Teppich zusammen.