Wie wäscht man einen Teppich? Die professionelle Teppichwäsche Schritt für Schritt
Was passiert eigentlich mit einem Teppich in der Wäscherei? Wir zeigen es Schritt für Schritt, mit Fotos aus unserer eigenen Teppichwäscherei in Hamburg.

Eine professionelle Teppichwäsche hat wenig mit einem Teppichreiniger aus dem Baumarkt zu tun. Der Teppich wird nicht nur an der Oberfläche besprüht, sondern bis ins Grundgewebe gewaschen, und zwar so, dass Wolle, Seide und Farben keinen Schaden nehmen. So läuft das in unserer Teppichwäscherei ab, fotografiert an echten Kundenteppichen.
Vor der Wäsche: die Begutachtung
Bevor Wasser an einen Teppich kommt, prüfen wir Material, Knüpfung und Herkunft. Wir sehen nach Flecken, Motten und Schäden und testen auf Wunsch an einer unauffälligen Stelle, ob die Farben waschecht sind. Danach wählen wir das Verfahren: Standard, Intensiv oder Premium. Die Standardwäsche umfasst Ausklopfen, Entstauben und eine Oberflächenreinigung. Die folgenden sechs Schritte zeigen die Intensiv- und Premiumwäsche.
Die sechs Schritte der Wäsche
1. Ausklopfen
Ein großer Teil des Schmutzes in einem Teppich ist trockener Sand und Staub. Er sitzt tief im Grundgewebe und wirkt wie Schleifpapier. Deshalb wird jeder Wollteppich zuerst gründlich ausgeklopft und entstaubt. Seide entstauben wir behutsam ohne Klopfgerät. Würde man ihn sofort nass machen, würde aus dem Sand Schlamm.

2. Einshampoonieren
Danach wird der Teppich im Wasserbad mit einem milden, pH-neutralen Shampoo eingeschäumt. Für Wolle verwenden wir ein spezielles Wollshampoo. Seide waschen wir mit sehr wenig Wasser und speziellen Mitteln. Das Shampoo löst Fett und Schmutz und schont das natürliche Wollfett.
3. Waschen
Jetzt wird gewaschen, mit Bürste und Wasserstrahl, auf der Vorder- und auf der Rückseite. Die Rückseite ist wichtig, weil dort der feinste Staub sitzt. Bei der Premiumwäsche waschen unsere erfahrensten Teppichwäscher den Teppich von Hand nach altpersischer Art.

4. Spülen
Gespült wird so lange mit klarem Wasser, bis keine Seifenreste mehr im Flor sind. Seifenreste würden später neuen Schmutz anziehen. Das überschüssige Wasser drücken wir mit der Stoßscharre von Hand heraus.
5. Trocknen
Getrocknet wird ausschließlich an der Luft im Trockenraum. Wärme von unten oder heiße Luft würden die Wolle austrocknen und spröde machen. Die Trocknung ist der Grund, warum eine gute Teppichwäsche einige Tage dauert.

6. Veredeln
Zum Schluss wird die Wolle rückgefettet und imprägniert, damit sie weich und widerstandsfähig bleibt. Der Flor wird ausgerichtet, die Fransen gekämmt. Bei der Premiumwäsche werden zusätzlich überstehende Fasern von Hand geschnitten. Auf Wunsch folgt ein Mottenschutz.
Wann ist es Zeit für eine Wäsche?
- Die Farben wirken stumpf oder grau, besonders im Vergleich zu Stellen unter Möbeln.
- Beim Klopfen auf die Rückseite rieselt Staub heraus.
- Der Teppich riecht, auch wenn kein Fleck zu sehen ist.
- Die letzte Wäsche liegt mehr als drei bis fünf Jahre zurück.
Worauf Sie bei einer Teppichwäscherei achten sollten
- Wird der Teppich vorher begutachtet und das Verfahren mit Ihnen besprochen?
- Wird an der Luft getrocknet oder mit Hitze?
- Gibt es einen festen Preis pro Quadratmeter, und werden Zusatzleistungen vorher abgestimmt?
- Kennt der Betrieb sich mit handgeknüpften Teppichen aus, oder wäscht er vor allem Teppichboden?
Mehr zu Preisen lesen Sie in Was kostet es, einen Teppich waschen zu lassen?